Handbuch »Bühnen­technik - Bühnen­beleuchtung«

dieter schliermann

-   Le­se­pro­be   -


home      sofort bestellen     Eine Lese­probe im pdf-For­mat zum Ausdrucken gibt es hier

 

 

 

MVStättV  Anwendung  Begriffe  Bestuhlung, flurp  Geländer  Rettungswege  Baustoffe, Rauchabzug, EV  >5000  tech. Probe  Gastspielprüfbuch  off. Feuer  Messe  Toi  Heizung  Brandschutzkonzept  org. Brandschutz  BMZ  Feuerlöscher  Betreiber  V.leiter  VfV  Prüfungen 

 

 

 

 


⇐zurück    nächstes Kapitel    weiter⇒

 

 

1.3.4.     Be­stuh­lung u. Gän­ge

 

1.3.4.1.    Sitzplätze

 

„In Reihen an­ge­ord­ne­te Sitz­plätze müs­sen un­ver­rück­bar be­festigt sein; wer­den nur vorüber­gehend Stüh­le auf­ge­stellt, so sind sie in den ein­zel­nen reihen fest mit­ei­nan­der zu ver­bin­den. ...

 

... gilt nicht für Gast­stät­ten und Kan­ti­nen so­wie für ab­ge­grenz­te Be­rei­che von Ver­samm­lungs­stät­ten mit nicht mehr als 20 Sitz­plätzen und ohne Stu­fen, wie Lo­gen“. 

[MVStättV § 10.3]

„Sitz­plätze müs­sen min­destens 0,50 m breit sein.“

Be­stuh­lungs­plan ➔ Seite 17

 

 

Ab 5.000 Besucher

Sitze B1, Unter­kon­struk­tion nicht brenn­bar

[MVStättV § 33.2]

auf Tri­bü­nen: Ein­zel­sitze, un­ver­rück­bar be­festigt

[MVStättV § 10.2]

 

 

 

1.3.4.2.    Reihen und Blöcke

 

 

Reihen

„Zwischen den Sitz­platz­reihen muss eine lich­te Durch­gangs­brei­te von min­de­stens 0,40 m vor­han­den sein.“

[MVStättV § 10.3]

lich­te Durch­gangs­brei­te = die engste Stel­le senk­recht zwi­schen den Stüh­len

 

„Seit­lich eines Gan­ges dür­fen höch­stens 10 Sitzp­lätze, bei Ver­samm­lungs­stät­ten im Freien und Sport­stadien höch­stens 20 Sitz­plätze an­ge­ord­net sein. Zwi­schen zwei Seiten­gän­gen dür­fen 20 Sitz­plätze, bei Ver­samm­lungs­stät­ten im Freien und Sport­stadien höch­stens 40 Sitzplätze an­ge­ordnet sein. In Ver­samm­lungs­räumen dür­fen zwi­schen zwei Sei­ten­gän­gen höch­stens 50 Sitz­plätze ange­ord­net sein, wenn auf je­der Sei­te des Ver­samm­lungs­­rau­mes für je­weils vier Sitz­reihen eine Tür mit einer lich­ten Breite von 1,20 m an­ge­ord­net ist.“

[MVStättV § 10.5]

Blöcke 

„Sitz­plätze müs­sen in Blöcken von höch­stens 30 Sitz­platz­reihen an­ge­ord­net sein.

Hin­ter und zwi­schen den Blöcken müs­sen Gän­ge mit einer Min­dest­brei­te von 1,20 m vor­han­den sein.

Die Gänge müs­sen auf mög­lichst kur­zem Weg zum Aus­gang füh­ren.“

[MVStättV § 10.4]

 

im Freien

An jeder Seite eines Gan­ges max. 20 Plätze [9]        Block 40 Plätze [10] 

Ab 5.000 Be­sucher: Sitz­plätze be­festigt, schwer ent­flamm­bar (Nach­weis­pflicht)

 

 

 

1.3.4.3.    Tische

 

„Von jedem Tisch­platz ... zu einem Gang ... max. 10 m. Der Ab­stand von Tisch zu Tisch soll 1,5 m nicht un­ter­schrei­ten“

[MVStättV § 10.6]

„Die Fassung als Soll­vor­schrift er­mög­licht ... die Reduzierung des Tischabstandes jedoch nur unter gleich­zeitiger Re­du­zierung der Weglänge“ [11]

 

 

Bierzeltgarnituren ➔ FlBauR Seite 29

 

 

 

1.3.4.4.    Gänge

 

 „Die lichte Brei­te eines je­den Tei­les von Ret­tungs­we­gen muss min­destens 1.2 m be­tra­gen“

[MVStättV § 7.4]

je nach An­zahl der da­rauf an­ge­wie­se­nen Be­su­cher

Be­mes­sung ➔ Seite 18

Gang hin­ter und zwi­schen den Blöcken mind. 1,2 m

[MVStättV § 10.4]

Stu­fen­gän­ge

Stufen in Gän­gen = Stu­fen­gän­ge

Stei­gung          10 cm  -   19 cm

Auf­tritt mind.    26 cm

[MVStättV § 10.8]

Reihen müs­sen auf glei­cher Hö­he mit dem Stufen­gang sein

Halle ab 5.000 Be­su­cher u. Stadien ➔ farb­lich kenn­zeich­nen

 

 

Stu­fen­gän­ge sind kei­ne Trep­pen.      

 

 

 

1.3.4.5.    Rollstühle

 

DIN 18040             Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen -   (LTB)

    Teil 1                  Öffentlich zugängliche Gebäude           

    Teil 2                  Wohnungen      

 

 

MVStättV    

Roll­stuhl­plätze nur bei Reihen­be­stuhlung

1 % der vor­han­de­nen Plätze, je­doch mind. zwei

0,5 % der Plätze, wenn mehr als 5.000 Be­su­cher­plätze     [neu in MVStättV 2014]

▪  in der Nähe der Aus­gänge  

▪  mit Platz für Be­gleit­per­son

gilt auch für Ver­samm­lungs­stät­ten im Freien, Frei­sport­an­la­gen und Sport­sta­dien

Platz und Weg dort­hin mit Hin­weis­schil­der gut sicht­bar ...

Die An­ord­nung der Plätze für Roll­stühle muss aus dem Be­stuhlungs- und Ret­tungs­wege­plan her­vor­gehen.

[MVStättV § 44. 5]

Roll­stüh­le am besten nur mit Be­gleit­per­son zu­las­sen.

 

Rampe für Rollstühle

▪  max. 6 % Stei­gung (Selbst­fahrer) 

    (bis 20 %, wenn von einer kräf­tigen Per­son ge­scho­ben)

▪  1,2 m breit

▪  max. 6 m lang

▪  Zwi­schen­po­deste und Be­we­gungs­flächen am An­fang und Ende: 1,5 m x 1,5 m

▪ bei­der­seits Rad­ab­wei­ser 10 cm hoch

[DIN 18040-1]

 

näheres bei www.nullbarriere.de 

Barriere­freie Stell­plätze 

▪ für mind. die Hälfte der Plätze nach § 10.7  (1 %, 0,5 %)  

▪ dauer­haft und leicht er­kenn­bar hin­zu­wei­sen   

[MVStättV § 13]

 

 

 

1.3.4.6.    Flucht- u. Rettungsplan, Bestuhlungsplan

 

ASR-A2.3               Flucht­wege, Not­ausgänge, Flucht-und Ret­tungs­plan                       

DIN ISO 23601      Sicher­heits­kenn­zeich­nung, -Flucht­weg­pläne,2010

 

„Die An­ord­nung der Sitz- und Steh­plätze, ein­schließ­lich der Plätze für Roll­stuhl­be­nut­zer, der Büh­nen- Sze­nen- oder Spiel­flä­chen so­wie der Ver­lauf der Ret­tungs­we­ge sind in einem Be­stuh­lungs- und Ret­tungs­we­ge­plan im Maß­stab von mind. 1:200 dar­zu­stel­len.“

[MVStättV § 44.5]

 

 „Sind ver­schie­de­ne An­ord­nun­gen vor­ge­sehen, so ist für jede ein be­son­de­rer Plan vor­zu­legen.“

 

„Eine Aus­fer­ti­gung .. für die jew. Nutzung .. ist in der Nähe des Haupt­ein­­gan­ges eines jeden Ver­samm­lungs­rau­mes gut sicht­bar an­zu­brin­gen.“ [12]

 

Höhe: 1,6 m vom Boden zur Plan­mit­te 

[DIN 4844-3  7.]

 

„Der Ver­lauf der Ret­tungs­we­ge im Freien, die Zu­fahr­ten und die Auf­stell- und Be­we­gungs­flä­chen für die Ein­satz und Ret­tungs­fahr­zeu­ge sind in ei­nem be­son­deren Außen­an­la­gen­plan dar­zu­stel­len.“ 

[MVStättV § 44.4]

„Die Zahl der ... ge­neh­mig­ten Be­su­cher­plätze darf nicht über­schrit­ten und die ge­neh­migte An­ord­nung ... darf nicht ge­än­dert wer­den.“

[MVStättV § 32.1]

 

je ein ge­son­der­ter Plan für ver­schie­de­ne Nutzun­gen  

ggf. techn. Plan mit Be­maßung als An­la­ge

 

Muster-Plan in ISO 23601 und DGUV-V-9 (Anhang 3)

Be­stands­schutz

Be­stuh­lungs­plä­ne in be­ste­hen­den Ver­samm­lungs­stät­ten ha­ben Be­stands­schutz, auch bei Er­neue­rung der Be­stuh­lung.

 

 

 

1.3.4.7.    Tribünen im Versammlungsraum

 

 „Die Unter­kon­struk­tion der Fuß­bö­den von ver­än­der­ba­ren Tri­bü­nen und Po­dien, die ver­än­der­ba­re Ein­bau­ten in Ver­samm­lungs­räu­men sind, muss aus nicht­brenn­ba­ren Bau­stof­fen be­ste­hen; dies gilt nicht für Po­dien mit ins­ge­samt nicht mehr als 20 m² Flä­che.“

[MVStättV § 3.6]

Räu­me un­ter Tri­bü­nen: Feuer­be­stän­dig (F-90)

Keine Brand­lasten unter der Tri­bü­ne la­gern.

 

 

Unter­kon­struk­tion von ver­än­der­ba­ren Ein­bau­ten wie Po­dien und Tri­bü­nen

▪ nicht  durch dy­na­mi­sche Schwin­gun­gen ge­fähr­det

Stand­si­cher­heits­nach­weis: ge­prüf­te Sta­tik mit Bau­über­wa­chung durch Sach­ver­stän­digen oder mit „Bau­buch“ nach FlBauR

 

 

10 Plätze  Block 20 Plätze    

Auch für Tri­bü­nen zwei von­ei­nan­der un­ab­hän­gi­ge bau­li­che Ret­tungs­we­ge.

 

„Wer­den Tri­bü­nen und Po­dien, die Flie­gen­de Bau­ten sind und als sol­che eine Aus­füh­rungs­ge­neh­mi­gung (Prüf­buch) ha­ben, vorüber­gehend in einen Ver­samm­lungs­raum ein­gebaut, wer­den sie da­durch zu ver­än­der­ba­ren Ein­bau­ten und müs­sen die zu­sätz­li­chen An­for­de­run­gen an die­se ver­än­der­ba­ren Ein­bau­ten er­fül­len.“ [13]

 

Auch wenn die Stand­si­cher­heit mit dem „Bau­buch“ nach FlBauR nach­ge­wie­sen wer­den kann, müssen die Ret­tungs­we­ge, die Stu­fen­hö­he, die Ge­län­der­hö­he, die Bau­stoff­an­for­de­run­gen etc. der VStättV ent­spre­chen.

 

siehe auch DIN EN 13200    

 

 

 

 

 

 


[9]       Baden Württ.: An jeder Seite eines Ganges max. 30 Plätze, Block max. 40 Plätze

[10]       Tribüne im Freien: An jeder Seite 32-24 Stühle          FlBauR 3.2,  Seite 31

[11]      Begründung ARGEBAU 2002, Seite 16

[12]      entfallen in NRW 2016

[13]      Fachkommission Bauaufsicht 2005 in Begründung zur MVStättV S. 9 unten


⇐zurück    nächstes Kapitel    weiter⇒

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x




 

 

sofort bestellen

 

 

weitere Seiten:   MVStättV  Anwendung  Begriffe  Bestuhlung, flurp  Geländer  Rettungswege  Baustoffe, Rauchabzug, EV  >5000  tech. Probe  Gastspielprüfbuch  off. Feuer  Messe  Toi  Heizung  Brandschutzkonzept  org. Brandschutz  BMZ  Feuerlöscher  Betreiber  V.leiter  VfV  Prüfungen 

 


 


home     impressum-kontakt     datenschutz